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Trauerarbeit       

Heißt übrigens nicht umsonst Trauerarbeit. Es ist wirklich harte Arbeit an sich selbst, seinen Gefühlen und auch seinem Umfeld. Ich möchte hier die Chance geben sich zu informieren wie eine "normale" Trauer abläuft.

Mir hat es sehr geholfen zu sehen wie es dem Rest der Menschheit ergeht, denn dadurch hatte ich nicht mehr ganz so sehr das Gefühl den Verstand zu verlieren angesichts dieser vielen Emotionen.

Die Sinnlosigkeit die ich empfand war nicht mehr ganz so schrecklich wie vorher. Auch der Zorn den ich empfand und für den ich mich vorher fertig gemacht habe, ergab auf einmal Sinn. Ich sah mich als schlechte Tochter weil ich diesen irrationalen Zorn gegen meine Mutter, die mich auf einmal allein ließ, empfand. Aber auch das ist Bestandteil der Trauer.

Trauer läuft in verschiedenen Phasen ab die oft verschmelzen und sich zeitlich nicht begrenzen lassen, aber sie ist ein wenig vorhersehbar und das macht sie nicht ganz so schrecklich.

Ich stehe im Moment noch ganz am Anfang des Prozesses aber ich hoffe dass mir diese Seite ein wenig hilft zu verarbeiten und den Schmerz in etwas Konstruktives zu stecken.

Ich kann natürlich nur das wiedergeben was ich gelesen habe, ob im Internet oder in Büchern. Es gibt also keine Garantie dass das alles so abläuft wie es hier steht.

Hier nun die Phasen der Trauer so wie ich sie im Netz gefunden habe:


 

Phase des Schocks

Hier spürt der Trauernde einen unsagbaren körperlichen und seelischen Schmerz. Wie betäubt und gelähmt kommt er sich vor. Angehörige und Freunde haben das Gefühl, der Trauernde sei gar nicht mehr anwesend, sondern weit weg vom wirklichen Leben. Diese Phase hält normalerweise 3 Stunden bis 8 Tage an.

Wie sie helfen können: Übernehmen sie tägliche Pflichten die der Trauernde jetzt nicht leisten kann, ohne jedoch Gegenstände die vom Verstorbenen sind wegzuräumen. Dies muss der Trauernde selbst tun um zu begreifen. Sprechen sie wiederholt, so oft der Trauernde das möchte, über den Verlust, auch das wird ihm helfen den Verlust zu realisieren. Lassen sie den Trauernden nun "laufen". Wenn er weinen möchte halten sie ihn nicht davon ab, lassen sie ihn ausreden auch wenn er zum wiederholten Mal die gleichen Geschichten vom Verstorbenen erzählt.

problematische Reaktionen: Der Trauernde muss begreifen das der geliebte Mensch gestorben ist und darf den Tod nicht leugnen. Die Endgültigkeit des Todes muss ihm bewusst werden. Dabei kann es zu starken Abwehrreaktionen kommen. Diese können sich in der Verharmlosung oder Leugnung des Verlustes zeigen, es gibt auch Menschen die es einfach nicht akzeptieren und weiterleben wollen wie bisher.




Phase der Kontrolle

Der Trauernde ist damit beschäftigt, alles zu regeln, was mit der Bestattung zusammenhängt. Er wird durch die Hilfe der Angehörigen und Freunde entlastet und erlebt dadurch eine „Schonzeit“. Er lebt "neben" der Welt, fühlt eine Distanz zu anderen Menschen.

Helfen können sie in der Zeit genauso wie in der Phase des Schocks, jedoch sollte die Entlastung nicht zu weit gehen denn dann ist die Gefahr, dass der Trauernde in ein allzu tiefes Loch fällt wenn diese Hilfen nicht mehr da sind. Für den Moment sind sie Richtig und Gut und sie sollten auf jeden Fall ihre Hilfe anbieten, jedoch nicht enttäuscht sein wenn der Trauernde sie ausschlägt. Fragen immer mal ob sie ihm irgendwie helfen können, denn er wird die Kraft dazu nicht haben es selbst zu sagen, oder er will sich nicht eingestehen, dass er jetzt Unterstützung braucht.




Phase der Zurückführung in die Trauer (Regression)

In dieser Phase spielt sich die eigentliche Trauerarbeit ab. Denn in ihr muss der erlittene Verlust vom Trauernden verarbeitet werden. Die Bestattung liegt hinter ihm, die Besuche werden weniger, er ist wieder auf sich allein gestellt. Starke Emotionen befallen den Trauernden und lassen ihn empfinden, dass er unterzugehen droht durch den Verlust, den er erlitten hat. Gefühle der Hilflosigkeit und Apathie stellen sich ein. Er neigt dazu, die Tatsache des erlittenen Verlustes des geliebten Menschen zu verdrängen. Der Trauernde lehnt sich auf gegen die Wirklichkeit und sucht nach dem Verstorbenen. Er glaubt, den Verstorbenen zu sehen, ihn zu hören, und spricht mit ihm. Gleichzeitig ist er voller Sorge wie es dem Verstorbenen nun geht, wo er ist.

Das Leben kommt dem Trauernden sinnlos und leer vor. Er fühlt sich „im Stich gelassen“ und einsam. Manchmal hat er das Gefühl, „verrückt“ zu werden. Dennoch zwingt er sich zu einem „normalen“ Verhalten aus Angst vor „Stigmatisierung“ und Ausgrenzung durch die Menschen seines Umfeldes. Hinzu kommt die Tabuisierung der Themen Trauer und Tod in der Gesellschaft. Der Trauernde spürt die Erwartung seiner Umgebung, endlich wieder „zur Tagesordnung“ überzugehen. Seine Gefühle und Entscheidungen sind widersprüchlich und zwiespältig. Seine Mitmenschen empfinden in dieser Phase das Verhalten des Trauernden daher häufig als launisch, undankbar, aggressiv, wehklagend und ungerecht. Weitere häufig auftretende Trauersymptome sind: Atemprobleme, Kraft-, Appetit- und Schlaflosigkeit.

So unterstützen sie den Prozess: Zeigen sie dem Trauernden dass er seine Gefühle rauslassen kann und reden sie mit ihm wenn er das möchte. Speisen sie ihn nur nicht mit "billigen" Sprüchen ab. Weisen sie ihn immer wieder auf die Normalität seines emotionalen Chaos an und fragen sie ihn auch direkt nach Zorn den er eventuell auf den Verstorbenen richtet. Sagen sie ihm, dass dies normal ist und und dass er jetzt trotz aller Liebe auch wütend sein darf, dass dies kein Zeichen von mangelnder Liebe ist, im Gegenteil er wurde verletzt, wie nach einer Trennung. Auch da ist man wütend aber man selbst gestattet es sich dann auch, einem Toten jedoch, möchte niemand böse sein.

Sprechen sie auch über eventuelle Schuldgefühle und versuchen sie mit dem Trauernden zu ergründen ob diese berechtigt sind, fragen sie was er glaubt, wie er hätte handeln sollen und ob dies in der Realität auch wirklich möglich gewesen wäre. Zeigen sie klar auf welche Schuldgefühle nicht berechtigt sind.

Versuchen sie auch mit dem Trauernden herauszufinden in welchen Situationen der Verstorbene fehlt, versuchen sie Lösungen zu finden. Manche Situationen kann man umgehen, andere kann man anders gestalten. Neue Freizeitbeschäftigungen, auch wenn derjenige keine Lust hat, können oft helfen. Zwingen sie ihn nur nicht etwas zu tun, nur weil sie denken es könnte ihm gut tun und ermuntern sie ihn etwas für sich zu tun und die eigene Identität zu entdecken. Oft vergessen Trauernde, dass sie vorher auch Dinge allein und nur für sich getan haben.

Worauf die achten sollten: Der Trauernde wird eventuell weglaufen wollen, durch Umzug, Überaktivität oder Abbruch alter Kontakte. Er glaubt dass damit auch der Schmerz überwunden wird und es wird viel schlimmer für ihn wenn er irgendwann feststellt dass das nicht so ist als wenn er ihn nun durchlebt.

Eine allzu lang andauernde Gefühlslosigkeit oder die Idealisierung des Toten können ebenfalls problematische Reaktionen sein, die sie mit dem Trauernden besprechen sollten.

Mit medikamentöser Unterstützung soll man bei Trauerprozessen zurückhaltend sein. Sinnvoller ist eine langfristige und tröstende Verfügbarkeit, ggf. eine psychotherapeutische Betreuung. Falls Medikamente nötig sind, sollten sie nur kurzfristig verabreicht werden (z.B. Schlafmittel). Vorsicht ist vor der unkritischen Gabe von Beruhigungsmitteln angebracht. Sie können zwar gefühlsmäßig distanzieren, dämpfen jedoch die Betroffenheit. Dadurch stören sie den Trauerprozess und können ihn verlängern.




Phase der Anpassung

Hier findet die Trauer ihren Abschluss durch die soziale Wiedereingliederung des Trauernden, die er sich auch durch Mithilfe anderer erworben hat. Trotz allen Schmerzes entdeckt er, dass es ein Leben ohne den Verstorbenen geben kann und muss. Er reflektiert die Vergangenheit mit dem Verstorbenen auch kritisch und hat sich ein neues Leben ohne den Verstorbenen aufgebaut. Er findet neuen Anschluss, lernt andere Menschen kennen, erlebt in alten Freundschaften etwas Neues und findet einen neuen Anfang.

Helfen sie indem sie neue Beziehungen unterstützen, auch wenn sie es vielleicht für zu früh halten, wenn es dem Trauernden hilft müssen sie über ihren Schatten springen. Es gibt kein Richtig oder Falsch, Richtig ist nur was hilft die Verzweiflung zu überwinden. Dies ist auch keine Untreue dem Verstorben gegenüber, dies sollten sie betonen.

Auch neue freundschaftliche Kontakte sollten sie unterstützen, es werden jetzt Menschen gesucht die den Verstorbenen nicht kannten, mit denen man keine gemeinsamen Erinnerungen verbindet.

Bereiten sie den Trauernden auf Rückfälle vor und fangen sie diese mit auf. Diese Rückfälle werden beim Trauernden tiefe Enttäuschung hervorrufen.


Trauer: was kann man tun, was soll man lassen

- Nicht versuchen, dem Trauernden die Trauer zu nehmen (ist meist eine egoistische Einflussnahme, um sich selber zu entlasten).
- Vorsicht bei Betroffenen in jungen Jahren und im höheren Lebensalter (zwei besonders empfindliche Lebensabschnitte mit erhöhter Selbsttötungsgefahr).
- Nie mit eigenen Maßstäben messen (es kommt nicht darauf an, was "man" für ertragbar hält, sondern wie breit die Schultern sind, die den Schicksalsschlag zu ertragen haben).
- Den Trauerprozess nicht zeitlich begrenzen wollen. Die Entscheidung trifft die Belastungsfähigkeit des Betroffenen selber.
- Den Trauernden die Möglichkeit geben, ihre Gefühle zeigen zu dürfen: Wer sich "zusammennimmt", ist bequem für die anderen, aber schädlich für den Genesungsprozess; was aber nicht heißt, dass der Trauernde "gezielt" auf Kosten seines Umfelds trauern soll (was es gelegentlich auch gibt).
- Falsche Ratschläge ("Gönnen Sie sich doch wieder einmal ein Vergnügen"), nutzlose Appelle ("Sie müssen sich einfach mehr zusammennehmen") und leere Redensarten vermeiden ("Glücklicherweise ist sonst nichts passiert").
- Nicht oberflächlich trösten oder den Verlust herunterspielen, sondern eher still-verständnisvoll mitleiden: Anwesenheit und stumme Zuwendung bedeuten oft mehr als Worte (die einem ohnehin nach einiger Zeit auszugehen pflegen).
- Vorsicht an Wochenenden, Feiertagen und vor allem Jahrestagen (Einsamkeit, Rückblick, Erinnerung).
- Kleine Aufmerksamkeiten signalisieren Verbundenheit in der Not und spenden mehr Trost, als gemeinhin angenommen: Postkarte, Anruf, kurzer Besuch u. a.
- Hilfreich sind auch entsprechende Bücher oder der Kontakt mit Menschen, die ihren Trauerprozess erfolgreich abschließen konnten.
- Bei plötzlichem, dramatischem oder gewaltsamen Tod mit verlängerter und verstärkter Schockphase rechnen (Vorsicht vor abrupten, unvorhersehbaren Reaktionen, besonders bei ohnehin labiler Wesensart).
- Selbst bei entstellendem Tod die Möglichkeit nutzen, sich von dem Verstorbenen/Verunfallten persönlich zu verabschieden. Ansonsten können später die unsinnigsten Phantasien auftreten, die sich deshalb auch mit niemand besprechen lassen ("Vielleicht lebt er noch und ist nur ausgewandert ...").
- Und vor allem: Geduld, Geduld und die Gabe, sich nicht anstecken zu lassen.

 

 

 

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